Ich kann mich noch gut an die ersten Sonntage meiner Singlezeit erinnern. Auch wenn sie schon so viele Jahre zurückliegen. Das liegt wohl daran, dass ich viel zu viel auf andere Menschen gehört habe. 

In Zeitschriften, auf Blogs und beim klassischen Small Talk fallen ja gern mal abfällige Sätze dazu, wie du als Single wohl deinen Sonntag verbringst. Mit betroffener Miene wird man angeschaut und darüber ausgefragt, wie man denn den Tag rum bekommt, so ganz allein. 

Heute kann ich sagen:“Super, bekomme ich den Tag herum!“ „Vielleicht sogar besser als Du!“

Lasst euch nicht verrückt machen, durch Überschriften wie, Sonntag der schlimmste Tag als Single. Oder Sonntag, der schwarze Tag im Leben eines Singles. Völliger Blödsinn!Glaubt ihr wirklich, dass ein Sonntag mit zwei kleinen Kindern, die vielleicht noch schlecht geschlafen haben und um 5.30 Uhr alle aus dem Bett schreien, besser ist als einen freien Tag allein zu verbringen? Ich denke nicht. 

Versteht mich nicht falsch. Nichts gegen das Konzept Familie, aber jeder bitte so, wie er mag. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass das Familienkonzept überall das meist gelobte Lebenskonzept ist. Ich möchte das hier auch gar nicht infrage stellen, aber was ich deutlich sagen möchte, dass ein Leben allein nicht weniger Wert ist! 

Allein leben ist schön. Punkt. Wollte ich Kinder in meinem Leben? Ja! Habe ich Kinder? Nein! Bin ich deswegen vergrämt? Nein! Warum auch. Es sollte nicht sein und gut. Ich habe gelernt, dass Leben anzunehmen wie es kommt. Am Ende des Tages habe ich ja eh keine andere Wahl. Obwohl im Fall Kinder hätte ich sie gehabt. Ich hätte mich natürlich einfach schwängern lassen können oder eine künstliche Befruchtung anstreben, aber das ist nicht das, was ich mir für mein Leben vorgestellt hatte.

Aber genug von mir. Hier kommen ein paar Vorschläge für Stadt und Land, was du sonntags prima allein unternehmen kannst. 

Ausgedehnte Morgenroutine

Sonntags kannst du alles ganz in Ruhe und in deinem Tempo starten. Ich freue mich schon freitags auf Sonntag, weil ich weiß, dass ich da keine Termine habe. Wie wäre es mit einer kleinen Meditation direkt nach dem Aufstehen, danach ein paar Zeilen in deinem Lieblingsbuch lesen und in der Hand ein warmes Getränk.

2. Work-out

Am Sonntagmorgen gehe ich immer noch am liebsten ins Fitnessstudio. Kein Zeitdruck und erstaunlich viele nette Menschen. Auch ein Zuhause bietet sich ein kleines Work-out an. Danach eine heiße Dusche oder Badewanne mit einer Gesichtsmaske, Haarmaske und allem, was dazu gehört. 

3. Raus an die frische Luft

Was hält dich davon ab, einen schönen Spaziergang zu machen? Bei uns an der Küste geht das prima am Strand, in der Stadt, in einem schönen Park oder in den Bergen. Wo auch immer es bei dir am schönsten ist. Fahr dorthin und nimm mal wieder die Natur und die Umgebung um dich herum wahr. Du wirst sehen, wie gut das tut! 

4. Weiterbildung

Sollte es so sein, dass dir die Decke auf den Kopf fällt, nutze doch die Zeit für Weiterbildung. Es gibt so unglaublich viele gratis Informationen im Internet, dass es fast zu jedem Interessengebiet etwas gibt. Du musst dich ja nicht beruflich weiterbilden, aber vielleicht ein neues Hobby? Was wolltest du schon immer mal lernen oder wissen? Beschäftige dich damit.

5. Essen gehen

Ob Morgens, mittags, nachmittags oder abends. Wenn du essen gehen möchtest, dann mach das. Warte nicht darauf, bis jemand Zeit hat, dich zu begleiten. Geh allein. Es ist weniger schlimm, als du denkst. Oft haben wir den Gedanken, dass wir angeschaut werden und die Leute tuscheln, aber glaub mir, die meisten haben mehr mit sich selbst zu tun, als auf dich zu achten. Und selbst wenn sie starren und tuscheln? Lass sie. Meistens sind diese Menschen nicht wirklich zufriedener als du. Im Gegenteil. Sonst hätten sie ja keine Zeit, ihren Fokus auf dich zu richten, um damit ihr eigenes Leid etwas zu lindern.

6. Fahrradtour

Wenn du ein Fahrrad besitzt, dann raus mir dir! Ab an die frische Luft. Mach doch mal eine ausgedehnte Fahrradtour durch deine Gegend. Ganz ehrlich, Fahrrad fahren ist allein viel praktischer als zu zweit. Man kann sich eh nicht wirklich unterhalten und oft hat man auch unterschiedliche Fahrstile. Unterwegs kannst du noch irgendwo anhalten und einfach mal den Tag Tag sein lassen. 

7. Kino/Theater

Auch etwas, dass du allein unternehmen kannst. Du wirst dich wundern, wie viele Menschen du dort triffst, die auch allein dort sind. Im Theater habe ich so schon viele nette Bekanntschaften gemacht. Hab keine Scheu. Auch hier gilt, lass die Leute reden. Wenn sie meinen, sie müssen das tun, bitte. Aber das sollte dich nicht von einer schönen Aktivität abhalten, nur weil du keine Begleitung hast. 

Wie du siehst, ist es gar nicht so schlimm, allein zu sein. Vielleicht machen die meisten Dinge in Begleitung mehr spaß, vielleicht aber auch nicht. Es ist deine Einstellung zu den Dingen. Denke dir nicht alles schon im Vorfeld kaputt. Bei allem was du allein unternimmst, bist du niemandem Rechenschaft schuldig. Du hast in letzter Minute keine Lust mehr auf einen Kinobesuch? Gut, dann gehst du nicht. Du musst niemandem absagen und kannst dich ganz auf dich konzentrieren. 

Es ist wichtig, dass du eine gesunde Denkweise bekommst. Natürlich kannst du alles negativ bewerten. Das hilft dir aber nicht weiter. Es ist niemand für dich und dein Glück verantwortlich, außer dir selbst. Wenn du das einmal verstanden hast, wird vieles leichter.

Natürlich habe ich auch Momente, in denen ich mich zum Beispiel im Restaurant allein fühle. Aber dann besinne ich mich schnell wieder und denke darüber nach, wie dankbar ich sein kann, dass ich das überhaupt machen kann. Das ist nicht selbstverständlich. 

Wie du merkst, geht es vor allem um eine gesunde Lebenseinstellung und eine positive Betrachtung der Dinge. So lapidar es auch klingen mag, aber dein Glas ist entweder halb voll oder halb leer. Deine Entscheidung!

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