Selbstfürsorge ist wichtig und sollte ein fester Bestandteil in jedem von uns sein. Dabei geht es allerdings nicht darum, den ganzen Tag im Yoga Outfit mit einem Matcha Latte durch die Hochglanzwohnung zu meditieren. Dieses Bild wird für meinen Geschmack zu stark durch die sozialen Medien nach außen getragen, wenn es um Selbstfürsorge geht.

Bei Selbstfürsorge geht es um die kleinen Dinge im Alltag, die du auch wirklich für dich umsetzen kannst. Es geht darum, unseren antrainierten Perfektionismus mal beiseitezulegen und um Bewusstsein. Das müssen wir wieder lernen. Durch den wahnsinnig schnellen Informationsfluss, dem wir jeden Tag in jeglicher Form ausgesetzt sind oder besser gesagt, dem wir uns jeden Tag aussetzen, ist das leider etwas verloren gegangen.

Mache dir mal wieder bewusst, wie du lebst. Wann stehst du auf, wie viel Zeit planst du für dich am Morgen ein, was frühstückst du, wie startest du in den Tag?  Wie oft sagst du Ja, obwohl du Nein sagen möchtest?
 
Bei den meisten ist es ja leider so, dass direkt nach dem Aufstehen das Handy in die Hand genommen wird. Ganz nach dem Motto lasst den Informationsfluss beginnen und das Bewusstsein für das eigene Befinden hintanstellen. Diese Gewohnheit ist nicht die beste Art, um in den Tag zu starten. Wenn du das Handy schon am Abend in einem anderen Raum lässt und am Morgen erst mal den Fokus auf dich selbst legst, wirst du schon nach kurzer Zeit weniger Stress und Unruhe verspüren.

Fühl doch nach den Aufwachen mal in deinen Körper hinein. Ich muss gestehen, bei mir zwickt es hier und da schon ein wenig, wenn ich aufwache. Aber grundsätzlich bin ich gesund und das mache ich mir bewusst. Dass ich jetzt aufstehen darf und auf meinen zwei Beinen durch den Tag gehen kann. Vielen bleibt das verwehrt. Dann kannst du, statt dich auf Social Media blenden zu lassen, mal in deine Seele reinhören. Wie gehts dir? Möchtest du heute genauso deinen Tag verbringen wie gestern oder möchtest du etwas verändern? Es liegt immer in deiner Hand, denk daran.

Dankbarkeit ist auch ein wichtiger Bestandteil der Selbstfürsorge. Wie oft bist du dankbar für das, was du alles haben darfst? Gelingt es dir besser, dankbar darüber zu sein, was du alles hast oder bist du häufiger unzufrieden darüber, was dir vermeintlich grade fehlt? Zur Selbstfürsorge gehört auch, dass du zufrieden bist und das ist gar nicht so schwer zu lernen. Mache dir mal bewusst, wie vielen Menschen es wirklich schlecht geht auf dieser Welt. So viele Menschen haben gar keine Wahl, wie ihr Leben verläuft. Haben kein Dach über den Kopf, nichts zum Essen und viel zu viele haben nicht mal Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jetzt schau mal, was du alles hast und versuche die Dankbarkeit richtig zu spüren.

Baue dir Routinen auf, um deinen Alltag zu strukturieren und dadurch den Stress zu minimieren. Direkt nach dem Aufwachen kann ich dir ein kleines Work-out nur empfehlen. Es gibt viele online Anbieter, womit du sportlich in den Tag starten kannst. Zu meinem Kraftsport, den ich zwei- bis dreimal in der Woche ausübe, mache ich jeden Morgen 15 Minuten ein Early-Bird-Workout. Das ist nicht schweißtreibend, aber effektiv. Ich bewege den ganzen Körper einmal durch und es geht mir deutlich besser, als wenn ich es nicht mache.

Selbstfürsorge im Job ist auch wichtiger denn je. Die Aufgaben stapeln sich eh schon und immer wird dir noch mehr aufgetragen. Hier ist es wichtig zu lernen, Nein zu sagen. Wenn du immer alles annimmst und versuchst es jedem Recht zu machen, wirst du immer der Mensch sein, der am ehesten auf der Strecke bleibt. Heutzutage wird ein enormer Druck ausgeübt und es gibt kaum noch Grenzen. Die schnelle Nachricht am Handy nach Feierband ist ja oft erst der Anfang. Über die unzähligen Mails, die in der Freizeit bearbeitet werden, möchte ich gar nicht sprechen.

Kein Geld, kein Job und kein anderer Mensch auf dieser Welt ist es Wert, dass du deine Gesundheit aufs Spiel setzt. Was glaubst du, warum haben wir heutzutage so viele psychisch kranke Menschen auf der Welt? Stress, Druck und unmenschliche Belastungen sind der Grund.  So viele sind einfach ausgebrannt. Hinzu kommen oft finanzielle Sorgen und Druck von außen. Überdenke mal dein Konsumverhalten. Was brauchst du wirklich? Ist es das Materielle, das dich glücklich macht, oder sind es Momente? Spare dir dafür Geld an und schaffe dir einen Puffer für schlechte Zeiten. Egal wie viel du im Monat auf die hohe Kante legen kannst, fang an zu sparen. Langfristig wird es dir Ruhe verschaffen.

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, Nein zu sagen. Speziell im Job und speziell für introvertierte Menschen. Deine Vorgesetzten wissen das. Sie wissen genau, mit wem sie was machen können. Hier kannst du Folgendes probieren: Wenn dir im Job eine Aufgabe zugeteilt wird, obwohl du schon ausgelastet bist, frag deinen Vorgesetzten freundlich, aber bestimmt, welche alte Aufgabe du für die Neue liegen lassen oder abgeben sollst. Es muss einfach alles im Rahmen des Möglichen bleiben. Du darfst niemals Angst vor Veränderung haben. Wenn dein Job an deine Gesundheit geht oder die Menschen, die dort arbeiten, musst du für dich die Entscheidung treffen, einen anderen Job zu finden. 

Genauso ist es mit Freunden, Familie und Beziehungen. Wenn andere Menschen deine Gesundheit gefährden, ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. Toxische Beziehungen machen auf Dauer krank und können dir dein ganzes Selbstbewusstsein zerstören. Kompromisse eingehen gehört in jeder zwischenmenschlichen Beziehung dazu. Aber wenn es auf einen einzigen Kompromiss hinausläuft, der dazu immer auf deine Kosten geht, ist es an der Zeit, dich selbst zu wählen
 
Du siehst, wie wichtig Bewusstsein im Zusammenhang mit Selbstfürsorge ist. Deswegen musst du nicht esoterisch werden und nur noch meditieren. Du kannst deine Selbstfürsorge durch kleine Veränderungen deiner Gewohnheiten ganz bodenständig in deinen kernigen Alltag einbauen.

Dass die Umsetzung der Dinge im Alltag oft schwierig ist, das ist mir klar. Ich schaffe auch nicht jeden Tag nur Gutes für mich selbst zu tun. Das gehört aber dazu. Wichtig ist, dass du dann am nächsten Tag versuchst, es einfach anders zu machen. Leider sind es oft auch nur Ausreden, die uns zurückhalten. Es ist eben aus erster Sichtweise einfacher, alles so zu machen wie bisher. Ob es das bei genauerer Betrachtung allerdings wirklich so ist? Ich bezweifle es. 

Selbstfürsorge ist keine Pille, die man schluckt und alles ist gut. Selbstfürsorge bedeutet Veränderungen, ein wenig Disziplin und es bedeutet, gesunde Routinen für zu entwickeln. Das klappt nicht von heute auf morgen. Ein bewusstes Leben bedeutet Tag für Tag neues von sich zu lernen und dem Prozess zu vertrauen. Wichtig ist, dass du anfängst. Besser jetzt sofort als später.

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